Oberwellen gehören nicht in die Antenne
Jede Endstufe erzeugt neben der Frequenz, auf der du sendest, auch Vielfache davon: die Oberwellen. Wer auf 7,1 MHz sendet, strahlt ohne Filter auch auf 14,2, 21,3 und 28,4 MHz ab, mitten in anderen Bändern oder knapp daneben. Wie stark sie unterdrückt sein müssen, steht in den Vorschriften, und gemessen wird am Antennenanschluss. Eine Gegentaktstufe bringt schon wenig zweite Oberwelle, aber die dritte bleibt kräftig.
Ein Tiefpass lässt alles unter seiner Grenzfrequenz durch und dämpft darüber. Er liegt zwischen Endstufe und Antenne, und weil er die volle Leistung führt, zählt bei ihm nicht nur die Kurve, sondern auch, was die Bauteile aushalten. Das zeigt die Tabelle unter dem Schaltbild.
Tiefpass, Hochpass, Bandpass
Der Tiefpass ist das Oberwellenfilter. Der Hochpass hält Tiefes ab, zum Beispiel starke Mittelwellensender vom Empfängereingang, wenn du auf 160 m hören willst. Der Bandpass lässt nur einen Bereich durch, etwa 2 m vor einem Vorverstärker oder ein Band im Mehrband-Empfänger.
Hier sind alle drei aus derselben Grundschaltung gerechnet: dem normierten Tiefpass. Seine Werte (die g-Werte) stehen in Tabellen, und aus ihnen werden mit Grenzfrequenz und Wellenwiderstand die echten Bauteile. Beim Hochpass tauschen Spulen und Kondensatoren die Plätze, beim Bandpass wird jedes Teil zu einem Schwingkreis auf der Mittenfrequenz.
Pi oder T
Dieselbe Kurve geht mit zwei Formen. Pi fängt am Sender mit einem Teil quer zur Masse an (beim Tiefpass ein Kondensator), T mit einem Teil in der Leitung (einer Spule). Pi braucht beim Tiefpass weniger Spulen, und Spulen sind das, was man wickeln muss und was warm wird. Deshalb sind die meisten Oberwellenfilter Pi-Filter.
Das Filter ist für 50 Ω an beiden Enden gerechnet. An einer Antenne mit hohem SWR stimmt die Kurve nicht mehr, deshalb gehört es zwischen Endstufe und Anpassgerät, nicht dahinter. Was das Filter am Eingang zeigt, siehst du im Smith-Diagramm über den Knopf am Schaltbild.