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Notfunk
Wenn Strom, Mobilfunk und Internet ausfallen, funktioniert Funk noch — das ist der ganze Gedanke. Diese Seite sagt, wo sich der Notfunkverkehr sammelt, was man vorher vorbereiten muss und wo die Grenzen liegen. Sie steht bewusst ohne JavaScript und liegt nach einem Besuch auf dem Gerät.
Zuerst das Wichtigste: Ein Notruf geht über 112. Notfunk ersetzt keinen Rettungsdienst und keine Leitstelle. Er trägt Nachrichten dorthin, wo die üblichen Wege gerade nicht mehr gehen — und auch das geordnet, nicht im Alleingang.
Wo sich der Verkehr sammelt
Die IARU Region 1 hat auf jedem Kurzwellenband eine Frequenz als Sammelpunkt bestimmt: „Emergency Centre of Activity". Dort horcht man zuerst, dort ruft man. Im normalen Betrieb sind diese Frequenzen frei benutzbar — im Ereignisfall werden sie geräumt.
| Band | Frequenz | Wofür |
|---|---|---|
| 80 m | 3,760 MHz | nachts regional, Reichweite über die Raumwelle |
| 40 m | 7,110 MHz | tagsüber regional bis mitteleuropäisch |
| 20 m | 14,300 MHz | weltweit, tagsüber |
| 17 m | 18,160 MHz | weltweit, bei guten Bedingungen |
| 15 m | 21,360 MHz | weltweit, bei guten Bedingungen |
Im Nahbereich zählt etwas anderes: die Anruffrequenzen 145,500 MHz und 433,500 MHz und vor allem die Relais in der Nachbarschaft. Welche das sind, steht unter Relais — und ob du sie über das Gelände überhaupt erreichst, zeigt dort der Geländeschnitt.
Sammelfrequenzen nach den „Emergency Centres of Activity" der IARU Region 1. Dieselben Werte stehen mit allen übrigen Anlaufstellen in der Tabelle im Bandplan.
Was Notfunk ist — und was nicht
Der Amateurfunkdienst darf in Not- und Katastrophenfällen Nachrichten für Dritte übermitteln. Das ist die Ausnahme von der Regel, dass Amateurfunk nur dem eigenen Interesse an der Technik dient. Grundlage sind das Amateurfunkgesetz und die Amateurfunkverordnung.
Nicht dazu gehört: sich selbst zum Einsatzleiter zu ernennen, Behördenfunk abzuhören und weiterzugeben, oder eine laufende Übung zu stören, weil man helfen will. Notfunk in Deutschland ist organisiert — über die Notfunkreferate der Verbände und über Vereinbarungen mit Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen vor Ort. Wer mitmachen will, meldet sich dort, bevor etwas passiert, nicht danach.
Was vorher passieren muss
Im Ereignisfall improvisiert niemand mehr gut. Was zählt, ist das, was schon liegt und schon einmal funktioniert hat:
- Strom ohne Netz. Ein geladener Akku mit bekannter Kapazität, eine Ladequelle dazu. Nachgerechnet, nicht geschätzt: Ein 100-Ah-Akku hält bei 20 A Sendestrom und einem Zehntel Sendezeit ein paar Tage — bei Dauerbetrieb einen Nachmittag. Und die Zuleitung muss den Strom auch tragen, sonst bricht die Spannung beim Senden ein. Beides rechnet der Rechner aus.
- Eine Antenne, die ohne Mast geht. Ein Draht, ein Wurfgewicht, ein Baum. Wer nur mit der Beam auf dem Dach funken kann, funkt nicht mehr, wenn das Dach kaputt ist.
- Frequenzen auf Papier. Relaisliste, Sammelfrequenzen, Bandplan — ausgedruckt oder wenigstens auf dem Gerät. Die Seiten dieser Sammlung laufen ohne Netz weiter, wenn du sie einmal geladen hast; die Relaisliste gibt es auf /relais auch als CSV für das Funkgerät.
- Geübte Betriebstechnik. Kurze, vollständige Meldungen, Buchstabieren, Zeit in UTC, mitschreiben. Das ist die eigentliche Fertigkeit, nicht die Technik.
- Ein zweiter Weg für die Nachricht. Sprechfunk ist schnell, aber flüchtig. Für Listen und Texte gibt es Winlink über Kurzwelle und das Funkrufnetz DAPNET, das Textmeldungen an Pager sendet.
Wenn der Strom weg ist
Die Reihenfolge ist unspektakulär und genau deshalb hilfreich: erst sich selbst und die Wohnung sichern, dann Radio hören — der Rundfunk bleibt die schnellste amtliche Quelle —, dann funken. Wer sofort losfunkt, verpasst die Lagemeldung und verbraucht Akku für Nichts.
Beim Funken selbst gilt: hören, hören, hören. Auf einer Sammelfrequenz meldet man sich mit Rufzeichen und Standort, sagt kurz, was man anzubieten hat, und wartet dann. Wer eine Runde leitet, wird gebeten — man ernennt sich nicht selbst.
Wo du weiterliest
Die Notfunkreferate des DARC führen die Ausbildungsunterlagen, die Notfunkrunden und die Kontakte zu den Behörden. Auf Ortsebene läuft das über die Ortsverbände — welcher bei dir in der Nähe liegt, zeigt die OV-Karte.
Rechtsgrundlagen im Wortlaut bei gesetze-im-internet.de. Diese Seite gibt keine Rechtsauskunft und ersetzt keine Einweisung.