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Anzeige nach BEMFV

Wer eine ortsfeste Amateurfunkanlage betreibt, muss nachweisen, dass die Grenzwerte für elektromagnetische Felder eingehalten werden. Diese Seite erklärt den Ablauf, rechnet die Abstände je Band und zählt mehrere Sender zusammen — das ist der Teil, den die einfachen Rechner unterschlagen.

Keine Rechtsauskunft. Verbindlich sind die Verordnung über das Nachweisverfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder (BEMFV), die 26. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz und das, was die Bundesnetzagentur in ihren Vordrucken verlangt. Die Rechnung hier ist eine Fernfeldabschätzung: Sie hilft beim Planen und beim Verstehen, sie ersetzt weder das vorgeschriebene Verfahren noch eine Messung.

Deine Anlage

Eine Zeile je Kombination aus Band, Antenne und Betriebsart. Wer auf 20 m mit der Drahtantenne und auf 2 m mit der Yagi arbeitet, trägt zwei Zeilen ein. Die Angaben bleiben in deinem Browser.

Band Frequenz (MHz) Leistung am Antenneneingang (W) Gewinn (dBi) Betriebsart EIRP (mittel) Abstand allein

Gesamtbeurteilung

Mehrere Sender addieren sich. Maßgeblich ist die Summe der Anteile an den jeweiligen Grenzwerten — jeder einzelne darf unter dem Grenzwert liegen und die Summe trotzdem darüber.

Was die Grenzwerte bedeuten

Die Werte gelten für die Allgemeinbevölkerung, also für alle, die nichts mit deiner Station zu tun haben — Nachbarn, Familie, Passanten.

Grenzwerte nach der 26. BImSchV, Werte für die Allgemeinbevölkerung. Gerechnet wird im Fernfeld, ohne Reflexionen, mit der Freiraumdämpfung. In der Nähe der Antenne, hinter Wänden und über leitendem Boden kommen andere Werte heraus — meist ungünstigere.

Wer muss was anzeigen?

Die Pflicht hängt an der abgestrahlten Leistung. Ortsfeste Amateurfunkanlagen, die eine äquivalente Strahlungsleistung (EIRP) von 10 Watt erreichen oder überschreiten, sind bei der Bundesnetzagentur anzuzeigen. Darunter genügt es, die Grenzwerte einzuhalten — nachweisen musst du das trotzdem können, wenn gefragt wird.

Zehn Watt EIRP sind schnell erreicht: Zehn Watt an einer Antenne mit 6 dBi Gewinn sind bereits rund 40 Watt EIRP. Die Zeile „EIRP" in der Tabelle oben sagt dir, wo du stehst.

Was zur Anzeige gehört

  • Die Anzeige selbst auf dem Vordruck der Bundesnetzagentur, mit Rufzeichen und Standort der Anlage.
  • Ein Datenblatt je Sendeanlage: Frequenzbereich, Leistung, Antennentyp, Gewinn, Montagehöhe, Hauptstrahlrichtung.
  • Der Nachweis der Feldstärke — rechnerisch oder durch Messung. Für die Rechnung stellt die Bundesnetzagentur ein Verfahren bereit; die Abschätzung hier folgt derselben Idee, ist aber nicht dasselbe Formblatt.
  • Eine Lageskizze, aus der hervorgeht, wo der maßgebliche Aufenthaltsbereich liegt und wie weit er von der Antenne entfernt ist.
  • Angaben zur Betriebsart und zur Sendedauer, denn beides geht über das Tastverhältnis in die Beurteilung ein.

Die Unterlagen bleiben bei dir und werden auf Verlangen vorgelegt; die Anzeige selbst geht an die Bundesnetzagentur. Die aktuellen Vordrucke und das Verfahren stehen bei der Bundesnetzagentur, der Verordnungstext bei gesetze-im-internet.de.

Wie die Abstände zustande kommen

Aus Sendeleistung und Antennengewinn ergibt sich die äquivalente Strahlungsleistung. Daraus folgt die elektrische Feldstärke im Abstand r zu E = √(30 · PEIRP) / r. Umgestellt nach r ergibt das den Abstand, ab dem der Grenzwert eingehalten ist.

Zwei Dinge gehen dabei oft unter. Erstens das Tastverhältnis: Für die Beurteilung zählt der Mittelwert über sechs Minuten, nicht die Spitzenleistung. SSB-Sprache liegt bei rund 40 Prozent, Telegrafie bei etwa 50, FT8 und FM sind Dauerstrich. Zweitens die Summenbetrachtung: Mehrere Sender oder mehrere Bänder addieren sich anteilig, jeder Anteil bezogen auf seinen eigenen Grenzwert.

Und eine Warnung, die keine Formel abnimmt: Die Rechnung gilt erst ab dem Fernfeld. Bei 145 MHz beginnt das grob ab einem halben Meter, bei 3,5 MHz erst ab etwa vierzehn Metern. Wer näher an der Antenne steht als das, bekommt aus dieser Formel keine belastbare Zahl — dort hilft nur das vorgeschriebene Verfahren oder eine Messung.

Was in der Praxis den Abstand rettet

Höhe. Ein paar Meter mehr Abstand nach oben wirken genauso wie nach der Seite, und Höhe hat man leichter als Grundstück. Danach kommt die Hauptstrahlrichtung: Eine Yagi, die nicht auf das Nachbarhaus zeigt, strahlt dorthin um ihr Rückwärts-Verhältnis schwächer. Erst danach kommt weniger Leistung.