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Oberwellen messen
Der Browser steuert einen tinySA Ultra am USB-Anschluss, rechnet die Dämpfungskette für deinen Sender aus und führt Band für Band durch die Messung. Am Ende steht ein Protokoll, das sich speichern und weitergeben lässt.
Ohne ausreichende Dämpfung kann der erste Tastendruck den tinySA zerstören. Sein Eingang verträgt rund +10 dBm, also 10 mW. Ein Handfunkgerät mit 5 W liefert davon das Fünfhundertfache, eine Endstufe mit 100 W das Zehntausendfache. Und die Reihenfolge der Glieder ist nicht beliebig: jedes muss die Leistung aushalten, die bei ihm ankommt, also das belastbarste zuerst und die schwächeren dahinter. Ein Glied am falschen Platz kann dabei genauso draufgehen wie das Messgerät. Diese Seite rechnet die Kette aus deinen Angaben aus, sie kann aber nicht sehen, was du wirklich ansteckst. Das Risiko für Schäden an Gerät und Messtechnik trägt allein, wer misst. Der Betreiber dieser Seite übernimmt dafür keine Haftung.
Dieser Browser kann keine seriellen Geräte ansprechen. Die Web Serial API gibt es nur in Chrome, Edge und Opera auf einem Rechner, nicht in Firefox, Safari und nicht auf dem Telefon. Gespeicherte Protokolle lassen sich trotzdem ansehen, sie stehen weiter unten.
1 Welches Gerät wird gemessen?
Steht es nicht in der Liste, lege es an. Es gehört dann zunächst nur dir; in der Liste für alle steht es erst, wenn es freigegeben wurde.
2 Welche Bänder sollen gemessen werden?
Je Band zwei Tastungen von etwa 40 Sekunden. Die Frequenz ist frei wählbar, es wird nichts abgestrahlt, das Gerät hängt am Dämpfungsglied. Trotzdem keine Anruf- oder Relaisfrequenz nehmen.
| messen | Band | Sendeleistung | Frequenz / MHz | Oberwellen |
|---|
Nur analoge FM mit unmoduliertem Träger: Taste die PTT und sprich nicht. Das ist praktisch Telegrafie, und nur dafür ist die schmale Auflösebandbreite gültig. In DMR verteilt 4FSK die Leistung über den ganzen Kanal; dort misst diese Seite falsch.
3 Welche Dämpfungsglieder hast du?
Trage ein, was in der Schublade liegt. Die Seite sucht daraus zwei Ketten, die sich um 10 dB unterscheiden. Der zweite Lauf ist keine Zugabe, er entscheidet, ob ein Ausschlag eine Oberwelle oder Rauschen ist.
Belastbarkeit in Watt steht auf dem Gehäuse oder im Datenblatt. Ein Stellglied („variabel") hat ein Rad und eine zusätzliche Einfügedämpfung, die sich zum eingestellten Wert addiert.
4 Aufbauen und bestätigen
Erst wenn hier alles bestätigt ist, lässt sich messen. Der Ablauf danach läuft von selbst und fragt nichts mehr nach.
Vor dem ersten Tastendruck
Haftung. Diese Seite rechnet mit den Zahlen, die du eingetragen hast. Sie kann nicht prüfen, was wirklich angesteckt ist, ob ein Glied defekt ist oder ob dein Sender mehr Leistung abgibt als angegeben. Für Schäden an Funkgerät, Dämpfungsgliedern oder Messgerät haftet der Betreiber dieser Seite nicht.
5 tinySA verbinden und prüfen
Kein Sender nötig. Der Prüflauf zeigt den Rauschboden auf jeder Frequenz, die gemessen wird. Steht der zu hoch, wird die Messung nichts.
Gebraucht wird ein tinySA Ultra oder ein tinySA.
Andere Spektrumanalysatoren sprechen ein anderes Kommandoprotokoll und antworten
dieser Seite nichts. Der zweite Eintrag „alle Anschlüsse zeigen" ist für Nachbauten
gedacht, deren USB-Kennung von der des Originals abweicht; das Protokoll muss
trotzdem passen.
Du hast ein anderes Messgerät? Sag Bescheid, mit Hersteller, Modell und wenn
möglich einem Hinweis auf die Beschreibung der Befehle. Vielleicht lässt es sich
aufnehmen.
| Band | Frequenz / MHz | Boden / dBm | Kette / dB | Unsicherheit / dB | Urteil |
|---|
6 Messen
Zuerst ein Durchgang ohne Sendung: alles, was da schon zu sehen ist, kommt nicht von deinem Gerät. Danach Band für Band, jeweils zweimal.
Noch nicht gestartet.
| Zeit | Band | Kette | n | Frequenz / MHz | Peak / dBm | Boden / dBm |
|---|
7 Protokoll
Das Urteil zuerst, darunter die Zahlen, aus denen es entstanden ist.
Speichern und teilen
Gespeicherte Protokolle liegen auf dem Server und lassen sich per Link weitergeben. Dein Rufzeichen steht dann darin, daran erkennt die Runde, wer gemessen hat.
Gespeicherte Protokolle
Was andere gemessen und öffentlich gestellt haben, dazu deine eigenen. Zum Vergleichen, bevor man ein Gerät kauft, oder um in der Runde über dasselbe Modell zu reden.
| Bänder | |||||
|---|---|---|---|---|---|
Wie hier gemessen wird
Alle Pegel sind auf den Senderausgang bezogen: die berechnete
Kettendämpfung steckt im ext_gain des tinySA, der
frequenzabhängige Rest wird je Messpunkt nachgerechnet. Was auf dem Bildschirm
steht, ist also der Pegel, den dein Sender abgibt, nicht der am Messgerät.
Ein Ausschlag zählt nur dann als Oberwelle, wenn alle drei Bedingungen erfüllt sind:
- Pegel: mindestens 12 dB über dem Median des Spans. Nicht 6 dB: bei rund 200 Messpunkten liegt das Maximum reinen Rauschens von sich aus 7 bis 9 dB über dem Median.
- Frequenz: der Versatz gegen n·f0, geteilt durch die Ordnung, bleibt unter 12 kHz. Die Normierung ist wesentlich: ein kleiner Fehler in der Grundfrequenz wächst mit der Ordnung.
- Der Pegel darf dem Rauschboden nicht folgen. Deshalb die zwei Läufe mit 10 dB Unterschied. Die Spans sind auf das nominelle n·f0 zentriert, und der tinySA hebt den Pegel am eingestellten Mittelpunkt leicht an, ein Rauschmaximum landet dort bevorzugt und erfüllt die Frequenzbedingung zufällig.
Wird nichts nachgewiesen, ist das Ergebnis eine obere Schranke (Median + 12 dB) und nicht „nicht vorhanden“. Liegt die Überschreitung innerhalb der Messunsicherheit, steht dort „grenzwertig“ und nicht „durchgefallen“.
Welcher Grenzwert gilt
Die AFuV nennt keine Zahl. § 16 sagt, unerwünschte Aussendungen seien „auf das geringstmögliche Maß zu beschränken“, und verweist auf die Richtwerte der Bundesnetzagentur. Die Zahlen stehen in der Vollzugsordnung für den Funkdienst, Anhang 3, Tabelle I:
| gilt für | Dämpfung unter der Sendeleistung |
|---|---|
| Amateurfunk unter 30 MHz | 43 + 10 log(PEP) oder 50 dB, das mildere |
| alle übrigen Dienste, also ab 6 m | 43 + 10 log(P) oder 70 dBc, das mildere |
43 + 10 log(P) ist eine Dämpfung unter P Watt
und damit unabhängig von der Sendeleistung ein fester Absolutwert:
10−4,3 W = 50,1 µW = −13,0 dBm. Die relative Schranke
greift erst, wo sie milder wird, also oberhalb von rund 500 W über 30 MHz und
oberhalb von rund 5 W PEP darunter. Ein Beispiel: 750 W PEP auf 20 m dürfen
7,5 mW, dieselben 750 W auf 2 m nur 75 µW.
Die Stufe liegt bei 30 MHz, deshalb wird der Grenzwert je Frequenz bestimmt und nicht einmal fürs Band: auf 10 m liegt die Grundwelle darunter und jede Oberwelle darüber. Bewertet wird absolut und nicht in dBc, weil der Grenzwert so formuliert ist und weil über der Modusgrenze des tinySA bei 800 MHz das Verhältnis unsicherer ist als der Absolutwert.
Die Vorschrift schreibt Referenzbandbreiten vor: 10 kHz von 150 kHz bis 30 MHz, 100 kHz bis 1 GHz, 1 MHz darüber. Gemessen wird hier mit 10 kHz. Für eine Oberwelle, die eine schmale Linie ist, kommt dabei dieselbe Leistung heraus; eine breitbandige Nebenwelle würde unterschätzt.
Und was sagt ETSI dazu?
Die VO Funk bindet dich als Funkamateur. Dein Gerät musste vor dem Verkauf eine zweite Hürde nehmen: ETSI EN 301 783, die harmonisierte Norm für handelsübliches Amateurfunkgerät. Ihre Tabelle 6 fordert am Antennenanschluss:
| gilt für | Dämpfung unter der Sendeleistung |
|---|---|
| mobiles SSB-Gerät | 43 dBc |
| bis einschließlich 30 MHz | 43 + 10 log(PEP) oder 50 dBc, das mildere |
| über 30 MHz | 43 + 10 log(PEP) oder 70 dBc, das mildere |
Für einen unmodulierten Träger ist das dieselbe Zahl wie nach der
VO Funk: PEP und mittlere Leistung sind beim Träger gleich, und
43 + 10 log(X) unter X ergibt für jedes X wieder
50,1 µW. Beide Linien im Diagramm liegen deshalb fast immer aufeinander, und das
Protokoll schreibt es dann auch so hin. Sie trennen sich an genau einer Stelle:
bei 30,000 MHz zählt die VO Funk schon zu „darüber“ und nimmt 70 dBc, ETSI zählt
noch zu „darunter“ und nimmt 50 dBc.
Die Zeile für mobiles SSB-Gerät ist die mildeste der drei und wird hier nicht angewandt: ob ein solches Gerät vor dir steht, weiß diese Seite nicht, und im Zweifel gilt der strengere Wert.
Betriebsfunkgerät: dann gilt EN 300 086
Nicht jedes Handfunkgerät ist ein Amateurfunkgerät. Wurde es als Betriebsfunkgerät zugelassen, ist EN 301 783 nicht die Norm, gegen die es geprüft wurde, sondern ETSI EN 300 086, Tabelle 5a. Und die ist deutlich strenger, weil sie absolut formuliert ist und die Sendeleistung gar nicht kennt:
| Bereich | Sendebetrieb | Standby |
|---|---|---|
| 9 kHz bis 1 GHz | 0,25 µW = −36 dBm | 2,0 nW = −57 dBm |
| 1 bis 12,75 GHz | 1,00 µW = −30 dBm | 20 nW = −47 dBm |
Das sind 23 dB weniger, als die VO Funk erlaubt. Beim Gerät steht deshalb, wonach es zugelassen ist; für diesen einen Messlauf lässt sich das in Schritt 1 umstellen. Es steht immer nur eine der beiden ETSI-Normen im Protokoll, nämlich die passende. Gegen eine Norm zu bewerten, nach der niemand geprüft hat, sagt nichts über das Gerät.
Die Bauart ist eine Angabe, keine Prüfung. Wer ein Amateurfunkgerät als Betriebsfunkgerät einträgt, bekommt ein „durchgefallen“, das keine Grundlage hat. Umgekehrt fällt eine echte Überschreitung nicht auf. Die VO Funk gilt in jedem Fall und wird immer mitbewertet.
Einen eigenen Wert hat ETSI dort, wo die VO Funk schweigt: Tabelle 7 begrenzt, was ein eingeschaltetes Gerät abgibt, während es nicht sendet: −57 dBm bis 1 GHz, −47 dBm darüber. Genau diesen Zustand misst der Durchgang ohne Sendung, und die Tabelle „Ohne Sendung schon vorhanden“ ordnet jede Linie danach ein. Ins Urteil geht das nicht ein: dasselbe Kabel nimmt auch den Rundfunksender von nebenan auf, und ohne den Prüfling abzuziehen lässt sich das nicht trennen.
Grenzen
- Die Dämpfungskette ist nicht gegen ein Normal kalibriert. Der Vergleich der beiden Läufe prüft die Linearität, nicht den Absolutwert.
- Gemessen werden nur Harmonische. Nicht-harmonische Nebenwellen (PLL-Spurs, Mischprodukte) fänden nur ein Vollsweep während der Tastung, und der dauert auf diesem Gerät zwei Minuten.
- Oberhalb des spezifizierten Bereichs der Dämpfungsglieder gibt es keine Messung. Solche Oberwellen stehen als „nicht messbar“ da, nicht als „bestanden“.
- Unter etwa 5 MHz zeigt der tinySA einen Durchschlag des eigenen Oszillators, den die Kettenkorrektur in einen Phantomwert verwandelt. Der Übersichtssweep beginnt deshalb bei 10 MHz.
- Ein Ergebnis ersetzt keine Messung in einem Labor mit kalibrierter Kette. Es zeigt, ob etwas offensichtlich nicht stimmt.
- Ein gespeichertes Protokoll behält das Urteil, das beim Messen galt. Ändert sich die Vorschrift oder die Rechnung dieser Seite, wird ein altes Protokoll nicht neu bewertet.