Start › Einstieg
Wie werde ich Funkamateur?
Amateurfunk braucht eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur. Danach bekommst du ein Rufzeichen, das nur dir gehört, und darfst selbst senden: auf eigenen Frequenzen, mit eigener Technik, ohne Gebühr pro Verbindung und ohne Anbieter dazwischen.
Die drei Klassen
Seit 2024 gibt es drei Zeugnisklassen. Sie unterscheiden sich darin, welche Bänder du benutzen darfst und mit wie viel Leistung. Der Prüfungsstoff wächst entsprechend mit.
| Klasse | Bänder | Leistung | Für wen |
|---|---|---|---|
| N | 10 m, 2 m, 70 cm | 10 W ERP auf 10 m, 6,1 W ERP auf 2 m und 70 cm | Einstieg mit dem kleinsten Prüfungsumfang. Reicht für Relaisbetrieb, für Portabelfunk auf 10 m und für die ersten eigenen Antennen. |
| E | 160 m, 80 m, 15 m, 10 m und die UKW-Bänder ab 2 m | 100 W PEP auf Kurzwelle, 75 W auf 2 m, 70 cm und 23 cm | Wer auf Kurzwelle will, ohne den vollen Technikstoff zu lernen. |
| A | alle Amateurfunkbänder | bis 750 W PEP auf den meisten Kurzwellenbändern | Volle Rechte. Wer ohnehin Elektrotechnik mag, kann direkt hier einsteigen. |
Die genauen Grenzen je Band stehen im Bandplan, einschließlich der Bandbreiten und der Zusatzbestimmungen.
Die Prüfung
Geprüft wird schriftlich im Multiple-Choice-Verfahren, bei einer Außenstelle der Bundesnetzagentur. Es gibt drei Teile: technische Kenntnisse, betriebliche Kenntnisse und Kenntnisse von Vorschriften. Jeder Teil umfasst 25 Fragen mit vier Antwortmöglichkeiten, von denen genau eine stimmt. Bestanden ist ein Teil ab 19 richtigen Antworten.
Die Teile Betrieb und Vorschriften sind für alle Klassen gleich, dafür hast du je 45 Minuten Zeit. Der Technikteil unterscheidet sich: Klasse N zieht die Fragen nur aus dem N-Katalog, Klasse E aus N und E, Klasse A aus allen drei Katalogen. Für den Technikteil der Klasse A stehen 60 Minuten zur Verfügung.
Bestandene Teile bleiben erhalten. Wer einen Teil nicht schafft, wiederholt nur diesen.
Ein Taschenrechner und die amtlichen Hilfsmittel sind erlaubt. Die Formelsammlung liegt in der Prüfung aus, du musst also keine Formeln auswendig lernen, sondern wissen, welche du wann brauchst.
Termin und Kosten
Die Bundesnetzagentur prüft nicht überall und nicht ständig. Freie Termine sind regelmäßig knapp, gerade an den beliebten Standorten. Auf der Seite Prüfungstermine stehen alle veröffentlichten Termine mit Umkreissuche, und du kannst dir freie Plätze als Feed oder Kalender abonnieren, statt jede Woche nachzuschauen.
Prüfungsgebühr und Rufzeichenzuteilung zusammen liegen 2026 grob zwischen 88 Euro für die Klasse N und etwa 101 Euro für die Klasse A. Wer später aufstockt, zahlt nur die Zusatzprüfung. Verbindlich ist die Gebührenübersicht der Bundesnetzagentur, die Beträge ändern sich gelegentlich.
Nach der Zulassung kommt einmal im Jahr ein Beitrag für Frequenznutzung und EMV, in der Größenordnung von rund 30 Euro.
Vorbereiten
Der komplette Fragenkatalog ist öffentlich. In der Prüfung kommen genau diese Fragen dran, nur in anderer Reihenfolge. Das macht die Vorbereitung planbar.
- Funkpate ist unsere Lernplattform: der amtliche Fragenkatalog mit Lernplan bis zum Prüfungstag, Wiederholung der Fehler nach ein paar Tagen und Erklärungen zu den Fragen, an denen es hängt. Läuft im Browser und auf dem Handy.
- 50ohm.de ist das freie Lehrmaterial des DARC. Dort steht der Stoff als Kapitel, nicht als Fragenliste. Gut, wenn du verstehen willst, warum eine Antwort richtig ist.
- Ein Kurs im Ortsverband nimmt viel Druck raus. Bei uns in B37 läuft das ohne Gebühr, du musst dafür kein Mitglied sein.
Wie lange das dauert, hängt vom Vorwissen ab. Für Klasse N reichen bei regelmäßigem Lernen wenige Wochen. Klasse A ist eher ein Halbjahresprojekt, wenn du bei Null anfängst.
Nach der Prüfung
Mit dem Zeugnis beantragst du die Zuteilung eines Rufzeichens. Ein Wunschrufzeichen ist möglich, solange es frei ist. Danach darfst du senden.
Zwei Dinge kommen dann noch:
- Wer eine ortsfeste Anlage mit mehr als 10 Watt EIRP betreibt, muss sie bei der Bundesnetzagentur anzeigen und nachweisen, dass die Grenzwerte für elektromagnetische Felder eingehalten werden. Eine erste Abschätzung liefert der Sicherheitsabstandsrechner, für die Anzeige selbst gilt das Verfahren nach BEMFV.
- Ein Logbuch ist nicht mehr vorgeschrieben, aber praktisch: für Diplome, für Bestätigungen und um zu sehen, was die eigene Antenne wirklich kann.
Häufige Fragen
Muss ich morsen können?
Nein. Telegrafie ist seit langem kein Prüfungsstoff mehr. Viele lernen es trotzdem, weil CW mit wenig Leistung sehr weit kommt.
Gibt es ein Mindestalter?
Nein. Es gibt Funkamateure, die mit zehn Jahren die Prüfung bestanden haben, und solche, die mit siebzig angefangen haben.
Brauche ich eine Mitgliedschaft im DARC?
Nein, die Zulassung kommt von der Bundesnetzagentur. Ein Ortsverband hilft aber beim Lernen, beim Antennenbau und bei der Frage, warum das SWR nicht stimmt.
Kann ich vorher schon reinhören?
Ja. Empfangen darf jeder. Ein einfacher Empfänger oder ein WebSDR im Browser reicht, um ein Gefühl für Betriebsabwicklung zu bekommen. Beim Lexikon stehen die Abkürzungen, die dabei ständig fallen.
Was brauche ich als erstes Gerät?
Für Klasse N reicht ein Handfunkgerät für 2 m und 70 cm, um über Relais zu arbeiten. Sinnvoller ist meist, das Geld zuerst in eine ordentliche Antenne zu stecken: eine gute Antenne am einfachen Gerät schlägt das teure Gerät an der schlechten Antenne.
Darf ich mit meinem Rufzeichen überall funken?
Innerhalb Deutschlands ja, ortsfest, portabel oder mobil. Im europäischen Ausland gilt meist die CEPT-Regelung: du setzt das Landeskennzeichen vor dein Rufzeichen. Welche Klasse dort welchen Rechten entspricht, hängt vom Land ab.
Kurs und Prüfungsvorbereitung bei B37
Der Ortsverband Haßberge begleitet Einsteiger von der ersten Frage bis zum Prüfungstermin. Wenn du in Unterfranken wohnst, komm einfach zu einem Treffen.
Angaben zu Prüfungsablauf und Fragenzahl nach 50ohm.de und dem amtlichen Fragenkatalog (3. Auflage, März 2024). Verbindlich sind Amateurfunkgesetz, Amateurfunkverordnung und die Angaben der Bundesnetzagentur.