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Wie werde ich Funkamateur?

Amateurfunk braucht eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur. Danach bekommst du ein Rufzeichen, das nur dir gehört, und darfst selbst senden: auf eigenen Frequenzen, mit eigener Technik, ohne Gebühr pro Verbindung und ohne Anbieter dazwischen.

Was Amateurfunk ist

Amateurfunk ist Funkbetrieb aus Interesse an der Technik. Kein kommerzieller Dienst, keine Geschäfte über Funk, keine Musik und keine Werbung. Dafür darfst du selbst bauen, messen, experimentieren und auf eigenen Frequenzbereichen senden, mit deutlich mehr Leistung als bei Jedermannfunk wie PMR oder CB.

Wer eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur besteht, bekommt ein persönliches Rufzeichen. Damit reicht die Spanne vom Ortsrelais um die Ecke über weltweite Verbindungen auf Kurzwelle bis zu Funkkontakten über Satelliten oder die ISS. Zum Amateurfunk gehört auch die Notfunk-Idee: Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, funktioniert eine Funkstelle mit Akku und Draht immer noch.

Der Einstieg ist billiger als sein Ruf. Ein gebrauchtes Handfunkgerät für 2 m und 70 cm kostet wenig, ein Draht als Antenne noch weniger, und die Prüfungsvorbereitung kannst du komplett mit freiem Material machen.

Der Weg in drei Schritten

Zwischen „interessiert mich" und dem ersten eigenen QSO liegen drei Dinge. Alles andere sind Einzelheiten.

1. Lernen

Der Fragenkatalog ist öffentlich, in der Prüfung kommen genau diese Fragen dran. Für Klasse N reichen bei regelmäßigem Lernen wenige Wochen.

Womit lernen

2. Prüfen lassen

Schriftlich bei einer Außenstelle der Bundesnetzagentur, drei Teile, jeder für sich bestehbar. Freie Termine sind knapp, früh gucken lohnt.

Termine mit Umkreissuche

3. Rufzeichen holen

Mit dem Zeugnis beantragst du die Zuteilung. Ein Wunschrufzeichen geht, solange es frei ist, danach darfst du senden.

Ist mein Wunsch noch frei?

Die drei Klassen

Seit 2024 gibt es drei Zeugnisklassen. Sie unterscheiden sich darin, welche Bänder du benutzen darfst und mit wie viel Leistung. Der Prüfungsstoff wächst entsprechend mit.

N Einstiegsklasse
Bänder
10 m, 2 m, 70 cm
Leistung
10 W ERP auf 10 m, 6,1 W ERP auf 2 m und 70 cm

Kleinster Prüfungsumfang. Reicht für Relaisbetrieb, für Portabelfunk auf 10 m und für die ersten eigenen Antennen.

E Mittelklasse
Bänder
160 m, 80 m, 15 m, 10 m und die UKW-Bänder ab 2 m
Leistung
100 W PEP auf Kurzwelle, 75 W auf 2 m, 70 cm und 23 cm

Für alle, die auf Kurzwelle wollen, ohne den vollen Technikstoff zu lernen.

A volle Rechte
Bänder
alle Amateurfunkbänder
Leistung
bis 750 W PEP auf den meisten Kurzwellenbändern

Wer ohnehin Elektrotechnik mag, kann direkt hier einsteigen.

Die genauen Grenzen je Band stehen im Bandplan, einschließlich der Bandbreiten und der Zusatzbestimmungen.

Die Prüfung

Schriftlich, im Multiple-Choice-Verfahren, bei einer Außenstelle der Bundesnetzagentur.

3
Teile
25
Fragen je Teil
4
Antworten, eine stimmt
19
richtige zum Bestehen
45
Minuten je Teil

Die drei Teile sind technische Kenntnisse, betriebliche Kenntnisse und Kenntnisse von Vorschriften. Betrieb und Vorschriften sind für alle Klassen gleich.

Der Technikteil unterscheidet sich: Klasse N zieht die Fragen nur aus dem N-Katalog, Klasse E aus N und E, Klasse A aus allen drei Katalogen. Für den Technikteil der Klasse A stehen 60 Minuten zur Verfügung statt 45.

Bestandene Teile bleiben erhalten. Wer einen Teil nicht schafft, wiederholt nur diesen.

Ein Taschenrechner und die amtlichen Hilfsmittel sind erlaubt. Die Formelsammlung liegt in der Prüfung aus, du musst also keine Formeln auswendig lernen, sondern wissen, welche du wann brauchst.

Termin und Kosten

Die Bundesnetzagentur prüft nicht überall und nicht ständig. Freie Termine sind regelmäßig knapp, gerade an den beliebten Standorten.

Auf der Seite Prüfungstermine stehen alle veröffentlichten Termine mit Umkreissuche. Freie Plätze lassen sich als Feed oder Kalender abonnieren, statt jede Woche nachzuschauen.

Prüfungsgebühr und Rufzeichenzuteilung zusammen liegen 2026 grob zwischen 88 Euro für die Klasse N und etwa 101 Euro für die Klasse A. Wer später aufstockt, zahlt nur die Zusatzprüfung.

Nach der Zulassung kommt einmal im Jahr ein Beitrag für Frequenznutzung und EMV, in der Größenordnung von rund 30 Euro.

Verbindlich ist die Gebührenübersicht der Bundesnetzagentur. Die Beträge ändern sich gelegentlich, die Zahlen hier sind der Stand 2026.

Vorbereiten

Der komplette Fragenkatalog ist öffentlich. In der Prüfung kommen genau diese Fragen dran, nur in anderer Reihenfolge, das macht die Vorbereitung planbar.

Wie lange das dauert, hängt vom Vorwissen ab. Für Klasse N reichen bei regelmäßigem Lernen wenige Wochen. Klasse A ist eher ein Halbjahresprojekt, wenn du bei Null anfängst.

Nach der Prüfung

Mit dem Zeugnis beantragst du die Zuteilung eines Rufzeichens. Ein Wunschrufzeichen ist möglich, solange es frei ist. Danach darfst du senden.

Ortsfeste Anlage anzeigen

Wer eine ortsfeste Anlage mit mehr als 10 Watt EIRP betreibt, muss sie bei der Bundesnetzagentur anzeigen und nachweisen, dass die Grenzwerte für elektromagnetische Felder eingehalten werden. Wie das abläuft und was zusammenkommen muss, steht beim BEMFV-Assistenten; eine schnelle Abschätzung liefert der Sicherheitsabstand im Rechner.

Logbuch führen

Ein Logbuch ist nicht mehr vorgeschrieben, aber praktisch: für Diplome, für Bestätigungen und um zu sehen, was die eigene Antenne wirklich kann. Was in einem vorhandenen Log steht, zeigt dir die Log-Auswertung.

Was man damit macht

FM über Relais. Der übliche Start. Ein Handfunkgerät auf 2 m oder 70 cm, ein Relais in der Nähe, und du erreichst zuverlässig die Region. Gute Gelegenheit, Betriebstechnik zu üben, bevor es auf die Kurzwelle geht.

SSB und CW auf Kurzwelle. Hier hängt die Reichweite an der Ausbreitung, nicht an der Leistung. Bei guten Bedingungen reichen wenige Watt für Verbindungen über Kontinente. CW, also Morsetelegrafie, ist keine Pflicht mehr, kommt aber mit sehr wenig Bandbreite und wenig Leistung aus, weshalb es viele Portabelfunker nutzen.

Digitale Betriebsarten. FT8 und Verwandte holen Signale aus dem Rauschen, die man nicht mehr hört. Damit sind weltweite Verbindungen auch mit bescheidener Antenne möglich. Dazu kommen APRS für Positions- und Kurznachrichten sowie digitale Sprachverfahren wie DMR, D-STAR und C4FM.

Satelliten. Es gibt Amateurfunksatelliten mit Umsetzern an Bord, einige lassen sich mit Handfunkgerät und Richtantenne aus der Hand arbeiten. Für den ersten Kontakt reicht überraschend wenig Technik, dafür brauchst du eine Überflugvorhersage und etwas Geduld.

Funken im Freien

Portabelbetrieb ist der Teil des Hobbys, der einen tatsächlich vor die Tür bringt. Drei Programme haben sich etabliert:

In der Praxis ist die schwierigste Frage oft, wo das Gebiet eigentlich anfängt. POTA kennt zu jedem Park nur einen Punkt, und der liegt gerne auf dem Parkplatz oder mitten im Nirgendwo. Genau dafür gibt es die xOTA-Karte: sie zeigt die Grenze als Fläche, dazu die SOTA-Gipfel und die laufenden Spots.

Fläche heißt nicht automatisch Erlaubnis. Naturschutzgebiete haben eigene Regeln, und in manchen darfst du weder abseits der Wege stehen noch etwas aufbauen. Vor Ort gilt die Beschilderung.

Häufige Fragen

Muss ich morsen können?

Nein. Telegrafie ist seit langem kein Prüfungsstoff mehr. Viele lernen es trotzdem, weil CW mit wenig Leistung sehr weit kommt.

Gibt es ein Mindestalter?

Nein. Es gibt Funkamateure, die mit zehn Jahren die Prüfung bestanden haben, und solche, die mit siebzig angefangen haben.

Brauche ich eine Mitgliedschaft im DARC?

Nein, die Zulassung kommt von der Bundesnetzagentur. Ein Ortsverband hilft aber beim Lernen, beim Antennenbau und bei der Frage, warum das SWR nicht stimmt.

Kann ich vorher schon reinhören?

Ja. Empfangen darf jeder. Ein einfacher Empfänger oder ein WebSDR im Browser reicht, um ein Gefühl für Betriebsabwicklung zu bekommen. Im Lexikon stehen die Abkürzungen, die dabei ständig fallen.

Was brauche ich als erstes Gerät?

Für Klasse N reicht ein Handfunkgerät für 2 m und 70 cm, um über Relais zu arbeiten. Sinnvoller ist meist, das Geld zuerst in eine ordentliche Antenne zu stecken: eine gute Antenne am einfachen Gerät schlägt das teure Gerät an der schlechten Antenne.

Darf ich mit meinem Rufzeichen überall funken?

Innerhalb Deutschlands ja, ortsfest, portabel oder mobil. Im europäischen Ausland gilt meist die CEPT-Regelung: du setzt das Landeskennzeichen vor dein Rufzeichen. Welche Klasse dort welche Rechte hat, steht unter Ausland.

Der Ortsverband: Haßberge, B37

Diese Seite kommt aus dem DARC-Ortsverband Haßberge, DOK B37, Distrikt Franken. Wir sind im Naturpark Haßberge zu Hause und betreiben dort mehrere Relais und Digipeater: DB0NU auf dem Altenstein (FM, DMR, D-STAR, APRS, Packet Radio, HAMNET und Funkruf), DB0NH mit HAMNET, MeshCom, APRS und Wetterdaten, dazu DB0KR.

Getroffen wird sich am OV-Abend jeden zweiten Freitag im Monat ab etwa 19 Uhr in Pfarrweisach, und sonntags ab 10 Uhr Ortszeit zur OV-Runde auf DB0NU, im Anschluss an den Deutschland-Rundspruch. Dazu kommen Fieldday, Wanderungen und Online-Lerngruppen für alle, die gerade auf die Prüfung lernen. Der aktuelle Termin und der genaue Treffpunkt stehen auf bravo37.de.

Zuhören und mitmachen kannst du ohne Mitgliedschaft und ohne Rufzeichen. Wer Lust hat, kommt einfach zum OV-Abend dazu. Der Ortsverband begleitet Einsteiger von der ersten Frage bis zum Prüfungstermin; wer in Unterfranken wohnt, kommt einfach zu einem Treffen.

Mitglied im DARC werden, direkt bei B37

Der Antrag läuft komplett online über das DARC-Portal. Über den Knopf ist B37 schon als Ortsverband vorausgewählt, ändern kannst du das im Formular weiterhin. Der Antrag geht zuerst an uns in den OV, danach an Distrikt und Geschäftsstelle.

Fragen vorher? Schreib an vorstand@bravo37.de. Wir beißen nicht, und dumme Fragen gibt es beim Einstieg keine.

Angaben zu Prüfungsablauf und Fragenzahl nach 50ohm.de und dem amtlichen Fragenkatalog (3. Auflage, März 2024). Verbindlich sind Amateurfunkgesetz, Amateurfunkverordnung und die Angaben der Bundesnetzagentur.