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Funkwetter
Was die Sonne macht, wie hoch die Ionosphäre gerade trägt und welche Bänder deshalb gehen. Gerechnet aus den Messungen von NOAA, GFZ und den Ionosonden bei GIRO, alle 15 Minuten neu, und gegengeprüft an dem, was RBN und PSK Reporter wirklich hören.
Lage auf einen Blick
lädt
MUF-Karte
Bis zu welcher Frequenz ein Sprung über 3000 km gerade trägt. Grundlage ist ein Modell aus Sonnenstand und Solarflux, darüber die Messungen der Ionosonden (Punkte). Je weiter eine Sonde weg ist, desto blasser die Fläche: dort ist es nur gerechnet. Ein Klick auf eine Sonde zeigt ihre Werte und den Verlauf über 48 Stunden.
Bänder heute
Geht das Band von Deutschland aus in mindestens eine Richtung, über einen Sprung von 3000 bis 4000 km? Gerechnet aus der MUF auf diesen Wegen, wie die Ionosonden sie zu jeder Tageszeit gemessen haben, der Dämpfung der D-Schicht und dem K-Index. Die Regel steht unter Erklärt.
| Band | tagsüber | nachts | jetzt |
|---|
UKW
| Was | Europa | Grundlage |
|---|
Sporadic-E aus foEs der Ionosonden in Europa (letzte Stunde, höchster Wert), Aurora aus dem Kp-Index und dem Polarlichtoval über Nordeuropa.
Gemessen: was gerade geht
Die Gegenprobe zur Bewertung oben. Wie viele Empfänger von RBN und PSK Reporter in den letzten 30 Minuten Stationen aus Deutschland (oder Europa) gehört haben, je Band und Kontinent. Wer sich selbst prüfen will: Wer hört mich.
Verlauf und Ausblick
Solarflux, K-Index und MUF über Deutschland rückwärts, die Ionosonden der Nachbarschaft über zwei Tage und was die NOAA für die nächsten Tage erwartet.
Sonne und Sonnenwind
Röntgenblitze (Flares) stören Kurzwelle auf der Tagseite sofort, der Sonnenwind mit südlichem Bz ein bis drei Tage später das Erdmagnetfeld.
Aktive Regionen
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Kurz erklärt
Was die Zahlen bedeuten und wie diese Seite daraus die Bänder bewertet. Die Begriffe stehen auch im Lexikon unter Ausbreitung.
Die Kennzahlen
Solarflux (SFI) ist die Radiostrahlung der Sonne auf 10,7 cm, gemessen in Penticton (Kanada). Sie geht mit der UV-Strahlung, die die F-Schicht ionisiert: um 70 ist Flaute, über 150 laufen 10 und 12 m tagsüber zuverlässig.
K- und A-Index sagen, wie unruhig das Erdmagnetfeld ist, K je drei Stunden (0 bis 9), A als Tagesmaß. Hier steht der amtliche Kp des GFZ Potsdam. Ab Kp 5 ist es ein Sturm: die F-Schicht wird dünn, Wege über den Norden fallen aus, Polarlicht reicht nach Süden.
Röntgenfluss der Satelliten GOES, eingeteilt in Flare-Klassen A, B, C, M, X. Ab M schluckt die D-Schicht auf der Tagseite Kurzwelle für Minuten bis Stunden (Mögel-Dellinger). Wie weit das reicht, zeigt die D-RAP-Ebene der Karte.
Sonnenwind und Bz: schnell (über 500 km/s) und mit südlichem Bz (negativ) koppelt er an das Erdmagnetfeld, ein Sturm folgt oft.
Ionosonden und MUF
Eine Ionosonde funkt senkrecht nach oben und misst, bis zu welcher Frequenz die F2-Schicht reflektiert (foF2). Daraus folgt die MUF(3000): die höchste Frequenz, die ein Sprung über 3000 km noch trägt, etwa dreimal foF2. Die Sonden bei GIRO melden alle 5 bis 15 Minuten, in Europa unter anderem Juliusruh, Průhonice, Dourbes und Chilton.
foEs ist dasselbe für Sporadic-E-Wolken. Ab foEs 10 MHz geht 6 m über rund 2000 km, ab 14 MHz 4 m, ab 29 MHz sogar 2 m.
So rechnen wir
Die Karte: ein Modell aus Sonnenstand und Solarflux, dann je Sonde das Verhältnis aus Messung und Modell, mit Abstand (um 1200 km) und Alter (um 90 Minuten) gewichtet.
Die Bänder: die MUF direkt über Deutschland reicht nicht. Nachts liegt sie oft unter 9 MHz, und trotzdem gehen 30 und 20 m nach Übersee, weil die Wege über Mittelpunkte weiter südlich oder westlich laufen, wo es später dunkel wird. Deshalb nehmen wir die Mittelpunkte von Sprüngen über 3000 und 4000 km in acht Richtungen, rechnen dort für jede Stunde (tagsüber 9 bis 15 Uhr, nachts 20 bis 4 Uhr) das Modell und korrigieren es mit dem, was die Sonden um Deutschland in den letzten 24 Stunden zu dieser Ortszeit gemessen haben. Der beste Weg zählt. Liegt ein Band unter 85 % dieser MUF, ist es gut, bis 100 % mittel, bis 115 % schlecht (nur Streuung und kurze Öffnungen), darüber zu. Unten begrenzt die Dämpfung: unter der LUF schlecht, knapp darüber höchstens mittel. Ab Kp 5 eine Stufe weniger, ab Kp 7 zwei.
Das ist eine Vorhersage für typische Wege, keine Messung deiner Antenne. Deshalb steht daneben, was RBN und PSK Reporter gerade wirklich hören.
Daten: NOAA Space Weather Prediction Center (gemeinfrei): Solarflux, Sonnenflecken, Regionen, Röntgen, Sonnenwind, D-RAP, Polarlicht, Vorhersagen · GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, Kp und ap (CC BY 4.0) · Ionosonden: GIRO, Lowell GIRO Data Center (CC BY-NC-SA 4.0), Reinisch & Galkin (2011), Earth Planets Space 63, 377-381, mit Dank an die Betreiber der Sonden (im Fenster jeder Sonde genannt) · gemessene Öffnungen: Reverse Beacon Network und PSK Reporter · Karte: Natural Earth (gemeinfrei). Bewertung und Karte: afu.tools.