afu.tools

StartAnleitungen › USB-C-PD auf Powerpole

USB-C-PD auf Powerpole

Strom für das Funkgerät aus derselben Powerbank wie fürs Handy

portabelstromselbstbau

Powerbanks mit USB-C und Power Delivery liegen inzwischen in jeder Schublade. Ein PD-Trigger-Modul handelt mit der Bank eine feste Spannung aus und gibt sie an einem Anderson-Powerpole-Stecker aus. Damit läuft ein Handfunkgerät oder ein kleiner Transceiver portabel aus derselben Quelle wie das Telefon, und du schleppst nicht zwei Akkusorten mit.

Warum 12 V der Haken ist

Power Delivery kennt feste Spannungsstufen. Verpflichtend sind 5 V, danach kommen je nach Leistungsklasse 9 V, 15 V und 20 V. 12 V ist in der Norm nur eine freiwillige Stufe. Viele Powerbanks bieten sie an, etliche aber nicht, und keiner schreibt das aufs Gehäuse. Ein Trigger, der stur auf 12 V steht, bekommt an so einer Bank gar nichts und bleibt bei 5 V stehen.

Drei Auswege:

Nimm einen Trigger mit PPS. Damit lässt sich die Spannung in Schritten von 20 mV einstellen, wenn die Quelle PPS beherrscht. Das steht meist im Datenblatt der Bank.

Oder nimm 9 V statt 12 V, wenn dein Gerät damit auskommt. Viele QRP-Transceiver arbeiten ab 9 V, geben dann aber weniger Leistung ab.

Oder nimm 15 V und setze einen Abwärtswandler dahinter. Das kostet Wirkungsgrad und bringt eine weitere Störquelle ins Gepäck, ist aber der zuverlässigste Weg, wenn die Bank kein 12 V kann.

Vorher lohnt der Blick ins Handbuch des Funkgeräts: Dort steht der zulässige Spannungsbereich, oft 9 bis 15 V. Über die obere Grenze zu gehen, weil 15 V gerade verfügbar sind, endet teuer.

Wie viel Strom durchgeht

Die Wattzahl auf der Powerbank sagt weniger, als sie verspricht. Sie gilt für die höchste Spannungsstufe. Eine Bank mit 65 W erreicht diesen Wert bei 20 V, auf den niedrigeren Stufen begrenzt sie den Strom zusätzlich, meist auf 3 A. Bei 12 V bleiben dann 36 W übrig, nicht 65 W. Was eine Bank je Stufe wirklich liefert, steht als Liste auf dem Gehäuse oder im Datenblatt, meist in der Form „12 V / 3 A“.

Die zweite Grenze ist das Kabel. Ein normales USB-C-Kabel ist für 3 A ausgelegt. Für 5 A braucht es ein Kabel mit E-Marker, also einem Chip, der dem Netzteil meldet, dass es mehr verträgt. Ohne den bleibt die Verbindung bei 3 A, egal was Bank und Trigger könnten.

Für ein Handfunkgerät mit 5 W Sendeleistung reichen 36 W bequem. Ein Transceiver mit 100 W zieht beim Senden 20 A und mehr, dafür ist dieser Weg nicht gedacht.

Teile

Ein PD-Trigger-Modul, Anderson-Powerpole-Kontakte mit Gehäuse, kurze Litze mit ausreichendem Querschnitt und eine Feinsicherung samt Halter. Das gedruckte Gehäuse dafür gibt es als Druckvorlage von DG1JAN.

Die Trigger gibt es in zwei Bauformen. Die einen stellst du über Lötbrücken oder einen kleinen Drehschalter fest ein, die anderen lassen sich über einen Mikrocontroller programmieren. Für den Einsatzzweck hier reicht die feste Variante, sie kann nicht versehentlich verstellt werden.

Powerpole richtig herum

Powerpole-Gehäuse sind geschlechtslos: Zwei gleiche Stecker passen zusammen, und zwar auch dann, wenn Plus und Minus vertauscht sind. Die Ausrichtung muss deshalb verabredet sein.

Im Amateurfunk verbreitet ist diese Anordnung: Du schaust auf die Steckseite, also auf die Seite, die im Gegenstück verschwindet, und hältst das Paar so, dass die Kontaktzunge nach unten zeigt. Dann liegt das rote Gehäuse links und das schwarze rechts (Beschreibung bei AH6RH).

Die Beschreibungen dieser Regel unterscheiden sich, je nachdem von welcher Seite jemand schaut, und aus einer Beschreibung im Kopf wird schnell ein verpolter Stecker. Verlass dich deshalb nicht auf den Merksatz: Bau alle eigenen Kabel gleich, und miss vor dem ersten Zusammenstecken mit dem Multimeter nach, wo Plus liegt.

Die Kontakte gibt es für 15, 30 und 45 A. Sie passen alle in dasselbe Gehäuse, brauchen aber unterschiedliche Querschnitte an der Crimpstelle. Nimm die Größe, die zu deiner Litze passt, ein 45-A-Kontakt an dünner Litze hält mechanisch nicht.

Absichern

Die Sicherung gehört so dicht wie möglich an die Quelle, also direkt hinter den Trigger und nicht ans Funkgerät. Bei einem Kurzschluss in der Zuleitung ist sonst die ganze Leitung die Schmelzstelle. Dimensioniere sie knapp über dem Spitzenstrom des Geräts beim Senden, nicht über dem, was die Bank liefern könnte.

Prüfen

Vor dem ersten Anschluss ans Funkgerät: Trigger an die Powerbank, Multimeter an die Powerpole-Buchse, Spannung ablesen. Erst wenn dort die erwartete Spannung steht und auch stehen bleibt, wenn du eine Last anhängst, kommt das Gerät dran.

Beim Senden nachmessen lohnt ebenfalls. Bricht die Spannung unter Last deutlich ein, liegt es meist am Kabel oder an einer Strombegrenzung der Bank, nicht am Trigger.

Stand

Trigger und Stecker liegen hier, gedruckt ist noch nichts, gemessen auch nicht.

Alle Anleitungen · als RSS abonnieren