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Packet Radio am Commodore 64

C64 Ultimate am User Port, dahinter TNC und 2-m-Gerät

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Ausgangspunkt war der Golem-Artikel über eine Verbindung zur ISS mit einem C64. Die Kette ist kurz: C64 am User Port, dahinter ein RS-232-Pegelwandler, daran ein TNC, daran ein Funkgerät für 2 m. Auf dem C64 läuft ein Terminalprogramm wie CCGMS oder Novaterm.

Zwei Geschwindigkeiten, die nichts miteinander zu tun haben

Das ist die Stelle, an der die meisten Anleitungen aneinander vorbeireden. Zwischen C64 und TNC läuft eine serielle Verbindung, üblicherweise mit 2400 Baud. Über Funk läuft klassisches Packet mit 1200 Baud AFSK. Beide Zahlen stehen nebeneinander in denselben Texten und meinen verschiedene Strecken.

Die serielle Rate darfst du frei wählen, solange TNC und Terminalprogramm dieselbe benutzen. Die 1200 Baud über Funk sind dagegen vorgegeben, dort sitzt die Gegenstelle. Wenn die Verbindung zum TNC schon nicht steht, hilft es nichts, an den Funkeinstellungen zu drehen.

Der User Port am Ultimate

Als Rechner kommt ein C64 Ultimate zum Einsatz, also die FPGA-Neuauflage. Deren User-Port ist ein 26-poliger Wannenstecker und nicht der originale Platinenstecker, das Pinout steht in der Ultimate-Dokumentation. Für RS-232 brauchst du drei Leitungen: Masse liegt auf A und N, RxD auf B und C, TxD auf M.

Zwei Warnungen, die ernst gemeint sind

Der Stecker muss richtig herum sitzen. Verdreht liegen 9 V Wechselspannung auf Leitungen, die das nicht mögen, und der Schaden ist sofort da. Markier dir Pin 1 am Kabel, bevor du das erste Mal steckst.

Die Pins 13 und P am Ultimate sind FPGA-Pins, die keine 5 V vertragen. Das ist ein Unterschied zum Original, an dem an derselben Stelle 5-V-taugliche Bausteine sitzen. Wer eine Schaltung vom echten C64 übernimmt, muss hier hinsehen.

Pegelwandler

Der User Port gibt TTL-Pegel aus, RS-232 am TNC will andere. Dazwischen gehört ein Wandler. Es gibt die Anleitung von Paul Rickards mit einem fertigen RS232-TTL-Modul für wenige Euro.

Der Hinweis aus den Kommentaren dort ist der entscheidende: Ohne Versorgungsspannung am Modul sendet der C64 oft nicht, auch wenn der Empfang läuft. Das Fehlerbild ist tückisch, weil eine Richtung funktioniert und man deshalb zuerst überall anders sucht.

Vor dem TNC: Schleifentest

Bevor der TNC drankommt, prüfe die Strecke bis zum Pegelwandler. Verbinde am RS-232-Ausgang TxD und RxD miteinander, starte das Terminalprogramm und tippe. Erscheint, was du tippst, arbeiten User Port, Pegelwandler und Terminaleinstellungen zusammen. Bleibt der Bildschirm leer, liegt der Fehler in diesem Abschnitt und nicht weiter hinten.

Wichtig dabei: Schalte im Terminalprogramm das lokale Echo aus. Sonst zeigt es dir deine Eingaben ohnehin an und der Test sagt nichts. Bei CCGMS heißt die Einstellung „local echo“ und gehört auf „off“, dann kommt jedes Zeichen, das du siehst, tatsächlich über die Leitung zurück.

Das spart viel Zeit, weil danach nur noch der TNC als Fehlerquelle übrig ist.

TNC einrichten

Ein TNC nimmt die Zeichen von der seriellen Schnittstelle und macht daraus AX.25-Pakete. Er hat zwei Betriebsarten. Im Kommandomodus antwortet er auf Befehle, dort stellst du dein Rufzeichen ein (MYCALL) und baust Verbindungen auf (CONNECT und das Ziel). Im KISS-Modus reicht er nur noch Rohdaten durch, das brauchst du für Software, die AX.25 selbst spricht, für ein Terminalprogramm am C64 aber nicht.

Bevor du sendest, gehört das Rufzeichen gesetzt. Ein TNC mit Werkseinstellung sendet mit einem Platzhalter und das ist im Amateurfunk keine gültige Kennung.

Gehäuse

Fürs Gehäuse gibt es einen passenden Combo-Adapter zum Drucken, bei dem der Tape-Port zugänglich bleibt. Das Gehäuse des Ultimate ist etwas höher als das Original, die Stützfüße muss man also gegebenenfalls anpassen.

Stand

Pegelwandler und Adapter sind ausgesucht. Offen sind das Kabel vom TNC zum Funkgerät, der Höhenausgleich am gedruckten Adapter und ein Terminalprogramm auf SD. Der Schleifentest steht noch aus.

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